Das Meeting-Desaster: Zahlen, die weh tun
Real talk: Der durchschnittliche Office-Mitarbeiter verbringt 31 Stunden pro Monat in Meetings. Das sind fast vier komplette Arbeitstage. Und jetzt kommt's: Studien zeigen, dass davon bis zu 50% komplett unnötig sind. Axel nennt das "Abstimmungsrunden" – wir nennen es Zeitverschwendung.
Wenn dein Chef dich zu Meetings einlädt, bei denen du dich fragst "Warum bin ich hier?" – du bist nicht allein. Das Problem ist nicht, dass Meetings per se schlecht sind. Das Problem ist, dass die meisten Chefs keine Ahnung haben, wie man sie richtig macht.
Red Flags: Woran du sinnlose Meetings erkennst
Nicht jedes Meeting ist Zeitverschwendung – aber diese Warnsignale solltest du kennen:
- Keine Agenda: Wenn das Meeting startet und niemand weiß, worum es eigentlich geht – bodenlos. Ein Meeting ohne klare Agenda ist wie ein Auto ohne Ziel: Du fährst rum, aber kommst nirgendwo an.
- Zu viele Teilnehmer: Die "Alle müssen dabei sein"-Mentalität. Wenn 15 Leute in einem Meeting sitzen, aber nur 3 aktiv sprechen, stimmt was nicht. Faustregel: Über 7 Teilnehmer wird's kritisch.
- Regelmäßige Meetings "weil das schon immer so war": Das wöchentliche Status-Meeting, das auch eine E-Mail hätte sein können. Tradition ist keine Rechtfertigung für Zeitverschwendung.
- Meetings ohne Ergebnis: Du sitzt eine Stunde drin, und am Ende wird "ein neues Meeting angesetzt, um das zu besprechen". Sus. Sehr sus.
- Der Chef nutzt Meetings als Bühne: Wenn Axel 45 Minuten monologisiert, während alle anderen auf stumm geschaltet sind – das ist kein Meeting, das ist eine Vorlesung, die niemand gebucht hat.
- Back-to-back Marathons: Vier Meetings am Stück, keine Pause. Wann sollst du eigentlich arbeiten? Meetings sind nicht Arbeit – sie sollen Arbeit ermöglichen.
Wie gute Meeting-Kultur aussieht
Es geht auch anders. Unternehmen mit gesunder Meeting-Kultur haben ein paar Dinge gemeinsam:
Klare Regeln: Agenda ist Pflicht. Kein Meeting ohne vorher kommunizierten Zweck und gewünschtes Ergebnis. Klingt basic, ist aber bei den wenigsten Standard.
Zeitlimits werden eingehalten: 30 Minuten sind 30 Minuten, nicht 45 "weil wir gerade im Flow sind". Respekt vor der Zeit anderer ist ein Zeichen von guter Führung.
Das "No Meeting"-Prinzip: Manche Firmen haben feste Tage oder Zeitblöcke, in denen keine Meetings stattfinden. Deep Work braucht Raum zum Atmen. Wenn du permanent zwischen Calls hin und her springst, kannst du nichts Substanzielles schaffen.
Optional = wirklich optional: Wenn ein Meeting als "optional" markiert ist, sollte niemand sauer sein, wenn du nicht kommst. Lowkey: Wenn dein Chef dich später dafür anmacht, war es nie optional.
Der "Könnte das eine E-Mail sein?"-Test
Bevor du ein Meeting einberufst (oder bevor Axel es tut), sollte diese Checkliste durchgegangen werden:
- Braucht es eine Diskussion oder reicht eine Info? → Nur Info? E-Mail.
- Müssen Entscheidungen gemeinsam getroffen werden? → Ja? Meeting könnte sinnvoll sein.
- Ist das Thema komplex genug für Rückfragen? → Nein? Slack-Nachricht reicht.
- Braucht es Brainstorming oder kreative Zusammenarbeit? → Ja? Meeting macht Sinn.
- Geht es nur um Status-Updates? → Dann bitte schriftlich. Asynchron. Für die Liebe.
Deine Meeting-Überlebensstrategie
Du kannst nicht immer Meetings verhindern – aber du kannst deine Grenzen setzen:
Frag nach dem "Warum": Wenn du zu einem Meeting eingeladen wirst, frag höflich nach Agenda und deiner Rolle. "Hey, damit ich mich vorbereiten kann – was ist das Ziel und wobei brauchst du mein Input?" Das ist nicht frech, das ist professionell.
Blockiere fokussierte Arbeitszeit: Trag dir selbst Termine ein für Deep Work. Behandle diese Blöcke wie echte Meetings – weil sie es sind. Mit dir selbst.
Nutze den Kalender strategisch: Wenn du weißt, dass Axel gerne spontan Meetings um 16 Uhr ansetzt, block die Zeit mit "Focus Time". No cap – das funktioniert.
Sprich's an (diplomatisch): Wenn die Meeting-Kultur in deiner Firma toxisch ist, sprich es im nächsten Feedback-Gespräch an. "Ich merke, dass viele Meetings meine produktive Arbeitszeit reduzieren. Könnten wir evaluieren, welche wirklich nötig sind?" Konstruktiv, aber klar.
Fun Fact: Die 2-Pizza-Regel
Jeff Bezos (ja, der Amazon-Typ) hat eine simple Regel: Wenn du nicht zwei Pizzen für alle Meeting-Teilnehmer bestellen kannst, sind zu viele Leute dabei. Klingt random, funktioniert aber. Kleiner = fokussierter = effizienter.
Bottom Line
Meetings sind nicht das Problem – schlechte Meeting-Kultur ist es. Wenn dein Kalender aussieht wie ein Tetris-Game und du dich fragst, wann du eigentlich arbeiten sollst, ist das ein Zeichen. Ein Unternehmen, das deine Zeit respektiert, zeigt das durch smarte, zielgerichtete Meetings – nicht durch endlose "Sync-Ups".
Und wenn Axel das nächste Mal ein Meeting um 17 Uhr ansetzt, um zu besprechen, wann ihr das nächste Meeting haben solltet? Zeit für Bossometer. Komplett anonym – Axel wird nie davon erfahren.